Dr. Gerhard Madaus

Arzt und Naturforscher

Gerhard Madaus wurde am 25. Februar 1890 in Nestau, Kreis Uelzen geboren.

Er wuchs in einem Elternhaus auf, das väterlicherseits von einem orthodox eingestellten protestantischen Pfarrer und mütterlicherseits von einer Frau geprägt war, die sich um die kranken Pfarrmitglieder kümmerte und später sogar eigene Komplexmittel kreierte und herstellen ließ.

Folgerichtig studierte der Sohn Medizin und promovierte am 30. Mai 1919 in Bonn zum Dr. med.

Entschlußkraft

Dr. Gerhard Madaus war ein Mann mit bewundernswerter Entschlußkraft. Nur zwei Tage nach seiner Promotion gründete er gemeinsam mit seinen Brüdern Friedemund und Hans die Firma Dr. Madaus & Co. als pharmazeutisches Laboratorium in Bonn. Zwei Jahre später suchte er eine größere Firma und fand sie in Radeburg, Sachsen. Er telegrafierte seinen Brüdern: "Firma gekauft, packt alles ein." Ebenso bekannt war seine Innovationsbereitschaft. In Radeburg begann er, die Heilpflanzen selbst anzubauen. Als er fälschlicherweise aus Amerika statt Samen von Echinacea angustifolia solche von Echinacea purpurea bekam, entmutigte ihn das nicht. Obwohl die Heilwirkungen von Echinacea purpurea damals in Europa noch nicht so bekannt waren, baute er sie dennoch an. Sein Wagemut wurde belohnt. Heute ist Echinacea purpurea die einzige von der Kommission E positiv monographierte Echinacea-Art und die Ausgangspflanze für das Echinacin® Madaus.

Die biologische Heilkunde

Dr. Gerhard Madaus hatte sich der biologischen Heilkunde verschrieben. Er verstand darunter die bewußte Unterstützung der Selbstheilungsbestrebungen des Organismus durch Stärkung des Körpers und Anregung der Abwehrkräfte im Sinne einer gezielten Reiztherapie. Insofern war er Hahnemann gedanklich verwandt.  Auf seinem Lieblingsgebiet, der Phytotherapie, machte er sich für die Verwendung der ganzen Pflanze und für Frischpflanzenverreibungen stark. Er ging davon aus, daß nur mit der Gesamtheit aus Wirk- und Beistoffen eine maximale Wirkung zu erzielen sei. Um seine Gedanken zu verbreiten, gründete er 1920 eine eigene Zeitschrift, die "Biologische Heilkunst" mit dem programmatischen Untertitel "Monatszeitschrift für Phytotherapie, Medizin und Naturheilkraft". Von 1926 bis 1938 kamen die Madaus Jahrbücher dazu. Sie waren leicht verständlich abgefaßt, da sie auch als Laienwerbung zur Auslage in Wartezimmern bestimmt waren. Von seinem umfassenden "Lehrbuch der biologischen Heilmittel" vollendete er nur noch die Abteilung 1, die sich mit Heilpflanzen befaßt. Die letzten Lebensjahre von Dr. Gerhard Madaus wurden von einer schweren Asthmaerkrankung überschattet. Er verschied schließlich am 26. Februar 1942 im Alter von 52 Jahren.